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Erstmals öffnet das Transcending Visions Fest im legendären Grazer Orpheum für Freunde der atmosphärischen Klänge die Tore. Das Lineup bietet 2021 eine Vielzahl an exklusiven Jubiläums-Shows und präsentiert sich durchaus auch als interessanter „Generationen-Clash“.

Angeführt wird das Programm von den Schweizern Triptykon um Szene-Legende Tom G. Warrior, dessen Kollektiv eindrucksvoll den Weg der Genre-prägenden Vorgängerband Celtic Frost konsequent fortsetzt und an tonaler Urgewalt kaum zu übertreffen ist.

Dazu gesellen sich vier österreichische Namen, die trotz ihrer langjährigen personellen Verstricktheit zum ersten Mal alle gmeinsam am selben Abend die Bühne teilen und dabei auch noch allesamt Jubiläen zu feiern haben! Weiterlesen

Dahoam

„Dahoam“ – das ist nicht nur der Titel des neuen Waldgeflüster-Albums, dessen Release an diesem Abend gefeiert wird, sondern auch das Gefühl, das sich sofort einstellt, als ich die Einlasskontrolle hinter mir habe und unter das Vordach des Backstage trete. Der Konzertabend mit Bald Anders, Karg, Waldgeflüster und Harakiri for the Sky ist mit über 500 Tickets ausverkauft, und dementsprechend groß ist der Trubel vor dem Werk. Einige Konzertbesucher*innen scheinen auch extra angereist zu sein, und das ist großartig. Dank der gelockerten Corona-Regularien konnten noch mal neue Tickets verkauft werden, die Vorschriften für den Innenraum haben sich auch geändert bzw. verbessert. Die Biertischgarnituren stehen um den Pit herum, die frühere Werkstatt ist jetzt auch Werk, hier hängt eine Leinwand, auf der das Konzert gestreamt wird (und parallel im Internet – super Sache! Hier könnt ihr das Konzert noch mal anschauen). Im Pit vor der Bühne darf man sich wieder wie früher stapeln, muss allerdings Maske tragen, und es herrscht ein Getränkeverbot. Ich kann gut mit diesen Regeln leben, die übrigen Anwesenden wohl auch, einem gepflegten Metal-Abend steht also nichts mehr im Weg. Weiterlesen

Brachial durchdacht

Aus dem wunderschönen Wien kommt nicht nur gutes Gebäck und der zugegebenermaßen liebevolle Akzent (Schmäh), sondern auch eine der besten, wenn nicht die beste Post-Black-Metal-Band Harakiri for the Sky. Seit dem Gründungsjahr 2011 beglücken sie die Hörerschaft im zweijährigen Rhythmus mit Meisterwerken ihres Fachs. Dabei ist jedes Album homogen und in seiner Grundstimmung konstant lebensverneinend, jedoch immer gespickt mit neuen Nuancen. Das 2016 veröffentlichte Album III: Trauma ist eines meiner All Time Favourits und hatte damals die Hürde ziemlich weit nach oben geschraubt. Voller Erwartung erschien am 19. Februar das bereits fünfte Album Mӕre über das absolut hervorragende Label AOP Records. Wurde meine hohe Erwartung erfüllt? Weiterlesen


Der Mahr ist ein Sagenwesen, das schlafende Menschen und Tiere heimsucht und Atemnot und diffuse Angstzustände auslöst, indem es sich nachts auf dem Brustkorb seines Opfers niederkauert. Und genau jene schattenhafte Beklommenheit und Erstarrung ist es, die sich auch diesmal – und jeher seit ihrem Debütalbum von 2012 – durch Harakiri for the Skys Musik zieht wie ein roter Faden. Nun geht es endlich weiter in der Saga der Fieberträume, und am 29. Januar veröffentlicht die Band ihr fünftes Album Mӕre über AOP Records (USA Release: 19. Februar)! Weiterlesen

Der Samstag war lang und intensiv, das eine oder andere Bier zirkuliert noch in der Blutlaufbahn, und die Allgemeinfitness lässt noch keine große Planung zu? Kein Problem, wir helfen euch auch am Sonntag, nicht den Überblick über das Bandangebot und die Autogrammstunden zu verlieren! Weiterlesen

Unheiliger Ostersonntag

Noch geplättet von einem grandiosen Festivalsamstag haben wir es irgendwie schon um 14 Uhr aufs Gelände geschafft, um uns einem Ostersonntag zu stellen, der in zehn Stunden siebzehn Konzerte für uns bereithalten wird. Wie das wohl diejenigen schaffen, die am Vortag noch zur After-Show-Party geblieben sind? Viel Zeit um nach einer Antwort auf diese Frage zu suchen, haben wir nicht, denn wie schon am Vortag geht es pünktlich los:

DSC_6612Den unheiligen Ostersonntagsreigen eröffnet um halb drei die Bonner Formation Valborg, die die Besucher mit ihrem spannenden progressiven Doom Metal weckt. Der ungewöhnliche Sound, der gekonnt tonnenschwere Riffs mit atmosphärischen, elektronischen Elementen mischt, lädt dazu ein, die verspannte Nackenmuskulatur durch sanftes Nicken mit geschlossenen Augen zu lockern, während man auf dem dichten Klangteppich davongetragen wird. (Nimm dies, Yoga!) Untermalt wird das Ganze von teilweise extrem knappen deutschen Texten, bei einigen Songs bestehen sie nur aus einem einzelnen Wort, mal gekreischt, mal clear gesungen. Obwohl Valborg sich vor allem auf ihr brandneues Album Endstrand (erschienen am 7. April) konzentrieren, von dem mir besonders „Stossfront“ in Erinnerung geblieben ist, und der Single „Werwolf“ vom letzten Jahr, werden auch ältere Stücke wie „Vampyr“ gegeben. Insgesamt ein gelungener Einstieg in einen langen Sonntag! Weiterlesen

Das diesjährige Dark Easter Metal Meeting hat billingtechnisch wirklich einige feine Bands zu bieten. Eine davon ist Harakiri for the Sky aus Österreich. Im September 2016 habe ich ihre aktuelle Veröffentlichung besprochen. Weiterlesen

I’m lost in a forest, all alone

IMG_8645Am Fuße des Fuji, dem für die Japaner heiligen Berg, liegt auf der Nordwestseite der 35 Quadratkilometer große Aokigahara Forest, ein echter, unberührter Urwald, nur ca. 100 km Luftlinie von Tokio entfernt. Man kann ihn also problemlos im Rahmen eines Tagesausflugs von Tokio aus besuchen. Am einfachsten ist die Anreise mit dem Highway Bus. Vom Shinjuku Busbahnhof aus dauert die Fahrt nach Kawaguchiko ca. zwei Stunden und kostet hin und zurück 35 Euro. Die Busse fahren halbstündlich, aber man sollte vorsichtshalber reservieren, vor allem an Feiertagen und in der Fuji-Wandersaison von Juli bis August. Übersetzt bedeutet Aokigahara „Sea of Trees – Meer der Bäume“, was auf den Anblick vom Gipfel des Fuji anspielt, von wo aus der Wald wie ein grünes Meer erscheint.
Einige Filmhandlungen drehen sich um den Aokigahara (Forest of the living Dead [2011], Aokigahara [2012], Grave Halloween [2013], The Sea of Trees [2015], The Forest [2016], The People Garden [2016]), und die Black Metal Band Harakiri for the Sky hat sogar ein ganzes Album nach ihm benannt. Was also macht diesen Wald so besonders? Er ist in Japan der mit Abstand beliebteste Ort für Selbstmörder und rangiert auf der „Weltrangliste“ der Suicide Spots unter den ersten drei, zusammen mit der Nanjing Yangtze River Bridge (China, >2000 Selbstmorde 1968-2006) und der Golden Gate Bridge (USA, >1500). Da nicht alle Zahlen bekannt sind, könnte er sogar auf Platz eins weltweit liegen.

Es mag etwas pietätlos erscheinen ausgerechnet einen Wald besuchen zu wollen, in dem sich viele Menschen umbringen, aber die schiere Zahl derer hat mich fasziniert, seit ich das erste mal vom Aokigahara gelesen habe. Warum so viele, warum gerade hier? Das habe ich für mich ergründen wollen. Weiterlesen

Dark Easter Metal Meeting 2017 Flyer

Das Billing für das Dark Easter Metal Meeting 2017 am 15. und 16. April im Backstage in München ist komplett:

15. April 2017:

Memoriam
Death Metal (England)
(Erster Auftritt der Band in München)

Gehenna
Black Metal (Norwegen)

Deserted Fear
Death Metal (Deutschland) Weiterlesen

Sehr intensiv!

 

a4072323303_16Ui, Neues aus unserem schönen Nachbarland Österreich! Für mich hat sich die dortige Black- und Death Metal Szene in den letzten Jahren zu einer Einheit geformt, und ich persönlich habe eine Schwäche für Metal made in Austria. Harakiri for the Sky ist nur ein weiteres Beispiel! Die tatsächlich erst 2011 in Wien / Salzburg gegründete Band spielt eine Art von Black Metal der hypnotischeren Sorte. Ihr neues Werk III: Trauma, das über das Label Art of Propaganda erscheint, war für mich eine Offenbarung beim Rezensieren. Folgend meine Höreindrücke: Weiterlesen