EP: Night Train To Nowhere – Pictures at a damnation

Cold and Death

Pictures-At-A-Damnation_CoverVon Night Train To Nowhere haben wir euch im Webzine bereits die überaus hörenswerte EP Dance of horns vorgestellt (Link zur Review). Xzvrey von The Last Oath nutzt sein Nebenprojekt Night Train To Nowhere als weitere Spielwiese, um sich musikalisch zu verwirklichen. Unterstützung erhält er dabei von Jean-Phillipp Torres (Vivid Atmosphere, Dark Line Spectrum) am Keyboard und im Mixing der Tracks. Nun gibt es ein neues Lebenszeichen mit der EP Pictures at a damnation, die ich mir natürlich nicht entgehen lassen möchte. Das Konzept der Songs dreht sich um einen ideenlosen Maler, der für Inspirationen einen Pakt mit einem Dämon schließt.
Der Gesang auf „Stripper“ erinnert mich wegen des starken Halls an gregorianische Mönchschöre, und passend dazu ist die Musik sehr getragen gehalten, mit tief gestimmtem Bass. Lediglich die Gitarre flimmert gelegentlich in höheren Lagen. Nun folgt mit „Bare artist“ aber eine Death Rock Nummer, die mir direkt in die morschen Gebeine fährt. Die Stimme ist zwar weiterhin mit viel Hall belegt, wirkt in diesem Kontext aber ganz anders. Die frühen Christian Death lassen grüßen. „Inspiration from nowhere“ ist rhythmisch ungewöhnlich umgesetzt und musikalisch näher am Cold Wave. Vor allem beim Bassspiel vermag ich eine Prise The Cure herauszuhören. In Slow Motion wird der Death Rock bei „Pictures at a damnation“ gespielt – doch, halt, dann wird ein Zahn zugelegt und die Geschwindigkeit immer wieder variiert. Das könnte für Irritationen auf der Tanzfläche sorgen, bietet aber geschickt umgesetzte Abwechslung und ist mein Favorit der Scheibe. Mit „Inside ink there is no feeling“ wird zum Cold Wave zurückgekehrt, und eine gewisse Melancholie à la The Smiths macht sich angenehm breit. Gegen Ende des Songs steigert sich die Energie allerdings deutlich auf einen Höhepunkt zu, unterstützt durch die Drums.

Fazit: Mit Pictures at a damnation haben Night Train To Nowhere wieder eine sehr schöne EP vorgelegt, die sich zwischen Cold Wave und Death Rock bewegt, was in der Kombination eher ungewöhnlich ist. Dennoch ist das Experiment gut gelungen und ein Beispiel für den Gothic Underground der heutigen Zeit. Im direkten Vergleich gefällt mir der Vorgänger aber etwas besser, daher der kleine Punktabzug.

Anspieltips: Bare artist, Pictures at a damnation

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2:

Night Train To Nowhere: Pictures at a damnation
Icy Cold Records, Vö. 26.09.2018
MP3 Download ab 0,00 € – pay what you want – erhältlich über Bandcamp
Homepage: https://facebook.com/nighttraintonowhere/
https://nighttraintonowhere.bandcamp.com/releases
https://www.facebook.com/icycoldrecords/
https://icycoldrecords.bandcamp.com/

Tracklist:
01 Stripper
02 Bare artist
03 Inspiration from nowhere
04 Pictures at a damnation
05 Inside ink there is no feeling

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