Beiträge

Grenzen verschwimmen

COVER-ALBUM-Aus dem italienischen Bologna stammt das 2015 gegründete Trio European Ghost. Für Texte und Gesang zeichnet sich Cristiano Biondo verantwortlich, Bassist Giuseppe Taibi programmiert außerdem die Drums und bedient ebenso zusätzlich den Synthiesizer wie Gitarrist Mario D’Anelli. Der Titel ihres neuen Albums No Peace, No Sleep, No Shelter ist von dem italienischen Dichter Emanuel Carnevali entlehnt, der den haluzinogenen Traum eines amerikanischen Einwanderers beschrieben hat. Bereits das Vorgängeralbum Collection of shadows hatte mich begeistert (Link zur Review), um so mehr bin ich nun gespannt, wohin die Traumreise geht. Weiterlesen

The King is dead

King-Dude-DeathAls Thomas Jefferson Cowgill mit seinen ersten beiden EPs 2010 als King Dude mit Dark American Folk bereits einen überraschenden Erfolg hat, befürchtet er seinen eigenen Worten nach, auf ewig an King Dude und dessen düsteren Folk gebunden zu sein. Er sieht die Gefahr, dass seine Kreativität einem strengen Korsett unterworfen wird und beschließt einen Pakt mit dem Teufel, sich selbst. Das Schaffen von King Dude soll nach zehn Alben enden, die sich um die thematischen Meilensteine Liebe, Angst, Sex und Tod drehen. Love (2011), Fear (2014) und Sex (2016) wurden bereits veröffentlicht, und nun ist mit Death auf Ván Records das letzte Kapitel in der Geschichte von King Dude erschienen. Weiterlesen


Wayne Hussey & Friends erschaffen die klassische The Mission-Hymne „Tower of strength“ neu!
(Digitale Vö. 28. August 2020 – Vinyl & CD Vö. 2. Oktober 2020)
Es dient zur Unterstützung aller Key Worker, die weltweit mit Covid-19 zu tun haben.
Alle Erlöse gehen an wohltätige Organisationen, die von allen Beteiligten persönlich ausgewählt wurden.

Zu den Mitwirkenden gehören:
Andy Rourke, Billy Duffy, Budgie, Evi Vine, Gary Numan, James Alexander Graham, Jay Aston, Julianne Regan, Kevin Haskins, Kirk Brandon, Lol Tolhurst, Martin Gore, Michael Aston, Michael Ciravolo, Midge Ure, Miles Hunt, Rachel Goswell, Richard Fortus, Robin Finck, Steve Clarke, Tim Palmer, Trentemøller Weiterlesen

Vereinigung statt Teilung

2438191Aus Stockholm stammen die 2013 gegründeten A Projection, und damit befinden sich die Schweden in bester Gesellschaft, denn auch Henric De La Cour, Kite und The Exploding Boy stammen von dort. Deren Sänger Johan Sjöblom ist es auch, der mich letztes Jahr im Interview (Link) auf die Band aufmerksam gemacht hat. Das Debüt Exit stammt von 2015, Framework erscheint zwei Jahre später, und mit ihrem deutlich 80er-inspirierten Post Punk haben sie mich direkt begeistert. In der Zwischenzeit gab es gesundheitliche Probleme und Besetzungswechsel, Sänger Isak Erikson stieg aus. Doch nach einer schwierigen Zeit ist nun das neue Album Section bei Metropolis Records erschienen, für das Bassist Rikard Tengvall ans Mikro gewechselt ist. Linus Högstadius, Jesper Lönn und Gustav Forneus vervollständigen das Line-Up. Weiterlesen

Ein Album, das brennt

KillShelter-DamagePete Burns ist ein Multiinstrumentalist, Remixer und Produzent aus Edinburgh, der mit seinem Projekt Kill Shelter vielversprechende jüngere Underground-Acts auf dem Album Damage vereint hat. Nicht verwechseln sollte man ihn mit dem bereits leider verstorbenen gleichnamigen Pete Burns, der vor allem als Sänger der New Wave Band Dead Or Alive bekannt geworden ist. Auf jedem Song mit einem Gast zu arbeiten ist sicherlich aufwendig, aber auch ein sehr interessanter Ansatz, der ein abwechslungsreiches Album verspricht. Alle Tracks thematisieren körperliche oder seelische Schmerzen, die wir uns selbst oder anderen zufügen. Der Albumtitel Damage ist also gut gewählt. Manic Depression Records haben das bereits letztes Jahr herausgebrachte Album Damage nun endlich auch in Vinyl veröffentlicht. Weiterlesen

Double A-Side Single

Kill-Shelter-7-cover-art-3000-BWR_copy_1024x1024@2xPete Burns ist ein Multiinstrumentalist, Remixer und Produzent aus Edinburgh, der mit seinem Projekt Kill Shelter vielversprechende jüngere Underground-Acts auf dem Album Damage vereint hat. Nicht verwechseln sollte man ihn mit dem bereits leider verstorbenen gleichnamigen Pete Burns, der vor allem als Sänger der New Wave Band Dead Or Alive bekannt geworden ist. Jurgen von de Brand war von Kill Shelter direkt so begeistert, dass er unbedingt eine Single auf seinem Label Burning World Records herausbringen wollte. Weiterlesen

Zwischen allen Stühlen

IdleHands_CoverDie EP Don’t waste your time von den jungen Idle Hands aus Portland, Oregon, hervorgegangen aus der traditionellen Heavy Metal Band Spellcaster, hatte ich bereits im Webzine vorgestellt (Link zur Review). Außerdem ließen sie als Vorband von Gaahls Wyrd (Link zum Bericht) die Münchener aufhorchen. Am 10.05.2019 ist nun bei Eisenwald das erste Full-Length-Album Mana erschienen. Hauptsongwriter und Rhythmus-Gitarrist Gabriel Franco wird vom zweiten Gitarristen Sebastian Silva, Bassist Brandon Hill und Colin Vranizan am Schlagzeug unterstützt. Die EP offenbarte einen starken Einfluss von The Cure, eine ungewöhnliche Zutat im klassischen Heavy Metal, die mir persönlich sehr gefallen hat. Daher bin ich gespannt, in welche Richtung sich Idle Hands mit Mana entwickelt haben. Weiterlesen

Here comes the Nyte

Chasm_cover[1]Seit der Veröffentlichung des Best-of-Albums Anthology XV im Jahr 2013 ist es ruhig geworden um The Awakening, wenn man von der Tour im Vorprogramm von The Mission zu deren 30-jährigen Jubiläum (Link zum Bericht) einmal absieht. Aber Mastermind Ashton Nyte hat sich zwischenzeitlich nicht ausgeruht, im Gegenteil. Zum einen sind da die Soloaktivitäten des aus Südafrika stammenden Künstlers (mittlerweile in den USA lebend), zum anderen die Zusammenarbeit mit anderen Musikern. Neun Jahre nach der letzten regulären Veröffentlichung ist nun mit Chasm das neunte Album von The Awakening erschienen. Weiterlesen

Spiegelbild einer dunklen Seele

King_Dude_CoverMusic to make war to steht auf dem Cover des neuen Albums von T.J. Cowgill alias King Dude, und das in einem Schriftzug, der an alte Freak-Show-Plakate erinnert. Doch statt fröhlich bunt ist hier alles tiefgründig schwarz. Es ist nur der Kopf von King Dude zu sehen, mit einem riesigen Loch im Gesicht, als wurde ihm das Gesicht von einer Granate weggerissen. Das lässt einen nun in den Abgrund seiner Seele blicken. Insgesamt ein schlichtes, aber auch beunruhigendes und verstörendes Bild. Spiegelt das damit auch den Inhalt von Music to make war to wider? Weiterlesen

Yggdrasil: Der Sonntag steht für mich ganz klar im Zeichen der Neoklassik und des Schauspielhauses. Diese Location hat das für mich beste Programm zusammen mit der Kuppelhalle Volkspalast. Nach kurzen Vorbereitungen fahre ich Richtung Innenstadt, um noch einmal ein Bad in der Menge zu nehmen. Zum Zeitpunkt des WGTs findet auch das Gründungsfest der Stadt Leipzig statt, und so ist das Publikum sehr gemischt, was mir sehr gut gefällt. Das Wetter bessert sich allmählich, sodass man schön durch die Innenstadt laufen kann. Ich statte dem EMP-Laden einen Besuch ab und bin recht enttäuscht, dass sie so wenig CDs im Sortiment haben. Durch den Magnetismus der Moritzbastei zieht es mich auf ein kühles Kirschbier dorthin. Wie immer herrscht reges Treiben, und die Musik ist einfach stimmungsvoll.
Hexperos 1Danach mache mache ich mich auf den Weg ins Schauspielhaus, wo kurz nach 17 Uhr Hexperos aus Italien auftreten, eine Formation, die dem Stil der Neoklassik, Romantic Heavenly Voices zugeordnet werden kann. Sie spielen ein buntes Potpourri aus ihren drei bisher veröffentlichten Alben, ich schmelze förmlich dahin. Unbemerkt vor mir sitzt die 15-köpfige Gruppe, die aus Rom zum WGT angereist ist. Wir begrüßen uns und fachsimpeln etwas. Die Sängerin von Hexperos, Alessandra Santovito, kenne ich bereits über Facebook, und so freut mich ihr Auftritt besonders. Im Anschluss an das Konzert gehen sie ins Foyer, wo ihr Merchandise-Stand aufgebaut ist. Umringt von Fans verkaufen sie ihre CDs, auch ich komme nicht umhin, mir ihre Alben zu kaufen. Nach der Begrüßung durch Alessandra sage ich ihr, dass das Konzert mit zum Besten gehört, das ich gesehen habe.
Im Anschluss treffe ich mich mit meiner besseren Hälfte auf ein Kirschbier in der Moritzbastei. Während wir uns unterhalten, kommt der Satz „Peter Heppner im Kohlrabizirkus“, ca. zehn bis fünfzehn Minuten später sind wir auch schon unterwegs zum Kohlrabizirkus. Die Schlange ist recht imposant, sodass ich zweifle, ob wir überhaupt hineinkommen. Es läuft aber alles flotter, als erwartet, und zum Song „Once in a Lifetime“ sind wir drin. Das Zirkuszelt ist voll, und Fanclubs schmettern seine Hits. Eine Wahnsinns Best-of-Show mit einer Energie und Inbrunst vorgetragen, dass es eine wahre Freude ist. Die Menge will ihn nicht von der Bühne lassen, und so gibt es vier Zugaben. Eine superschöne spontane Idee hat sich ausgezahlt! Weiterlesen