CD: Edward Helsing – All the Way diabolic

Gothic Doom Atmosphere

Edward_Helsing_-_All_The_Way_Diabolic_-_cover[1]Edward Helsing ist ein Künstler aus Helsinki, der im Alleingang sein erstes Album eingespielt und dieses auch selbst produziert hat. Als Einflüsse gibt er selbst Type O Negative, Paradise Lost, Cradle of Filth, My Dying Bride und Dissection an.

In den Grundzügen und von der Gitarrenarbeit her könnte der Opener „Tenebrae Baby“ auch von der Gothic Rock Legende Fields of the Nephilim stammen. Allerdings verbreitet das Keyboard eine andere Stimmung, und Helsing schreckt auch nicht vor dem Einsatz eines Glockenspiels zurück, das ähnlich wie bei einem Soundtrack zu einem Horrorfilm eine unheilschwangere und beunruhigende Wirkung hat.

„Hell remains the Same“ möchte ich mit „Love like Blood“ von Killing Joke vergleichen. Zwar ist der Song anders instrumentiert und aufgebaut, verbreitet aber eine ähnliche sphärische Wirkung, zu der man mit ausgebreiteten Armen im Nebel auf der Tanzfläche schweben möchte.
Bei „Scarlet Fate“ treten die Metal-Gitarren zum ersten Mal mehr in den Vordergrund, sind dabei aber nie dominant, sondern ordnen sich dem Gesamtkontext des Songs unter, so dass auch das Klavier stets hörbar bleibt. Die Mischung aus Metal- und Gothic-Elementen ist sehr ausgewogen.
„Can’t feel your Fear“ ist der rockigste Song des Albums und legt direkt mit einem wuchtigen Gitarrenintro los, auch Screaming Vocals sind enthalten. Dennoch verliert Helsing nie die von ihm geschätzte Atmosphäre aus den Augen.

Das ist vielleicht auch der Grund warum der Titeltrack „All the Way diabolic“ einen Gang zurückschaltet in etwas ruhigere Gefilde, obwohl er an Druck und Eindringlichkeit nicht verliert. Das Glockenspiel ist auch wieder dabei. Gesang und Keybord-Elemente erinnern mich an 80er Jahre New Wave Pop Songs, wobei Helsing den rosa Zuckerguss sorgfältig entfernt hat.
„The Blood of Christ“ besitzt eine düstere und morbide Stimmung, was durch die zum Teil gekrächzten Vocals verstärkt wird. Der Song schleppt sich dahin wie ein Schaf zur Schlachtbank.
„Tranquility in lovesick Bliss“ enthält enthält wie der Vorgänger recht doomlastige Saiteninstrumente, aber ist das schon Doom Metal? Hier wird jedenfalls seine Vorliebe für My Dying Bride spürbar, aber so ähnlich könnte man dies auch wieder bei Fields of the Nephilim hören.

Fazit: Trotz seiner eher „lauten“ Vorbilder hat Edward Helsing ein ruhiges und düsteres, aber sehr atmosphärisches Album geschaffen irgendwo zwischen Doom und Gothic. Er lässt die verschiedenen Musikstile miteinander verschmelzen, um so etwas Eigenes zu kreieren. Ich empfinde den Metalanteil insgesamt als gering, und ich würde das Album letztendlich unter der Kategorie Gothic in meinen Plattenschrank stellen. Insgesamt kein Album zum Party machen, sondern eher für die dunklen Tage zu einem Glas Rotwein oder Absinth.
Wahrscheinlich ist die Wirkung so gewollt, aber ich hätte mir stellenweise etwas lautere Vocals gewünscht, so dass sie im dichten Klangteppich besser hervortreten und weniger mit dem Sound verschmelzen. Dennoch ist dies wahrlich kein schlechtes Debüt, und ich bin gespannt, wie Edward Helsing sich zukünftig entwickelt.

Anspieltips: Scarlet Fate, Can’t feel your Fear

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2:

Edward Helsing: All the Wai diabolic
Absinthe Entertainment, VÖ: 01.07.2016
MP3 Download 10,00 €, CD 15,00 €, erhältlich direkt über die Homepage.

edwardhelsing.comfacebook.com/edwardhelsingofficial

Tracklist:
01 Tenebrae Baby
02 Hell remains the Same
03 Scarlet Fate
04 Can’t feel your Fear
05 All the Way diabolic
06 The Blood of Christ
07 Tranquility in lovesick Bliss

 

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