CD: Science of Sleep – Exhaust

Um die Ohren gehauen

exhaustScience of Sleep  haben sich erst vor drei Jahren in Braunschweig gegründet. Die Band um Sänger Marcus Jasak hat sich aber schnell einen Namen gemacht und mit ihren brachialen Growls eine Fangemeinde gewonnen. Das schafften sie auch mit bereits über 200 Auftritten auf Festivals und als Supportband. Für Deathcore-Liebhaber ist es nicht schwer, der Band zu folgen, denn was sie abliefern, hat wirklich Hand und Fuß. Die gewaltigen Growls sind gut und werden von Marcus auch ohne zu schwächeln durchgehalten – sowohl auf Platte als auch live. Vor zwei Jahren haben die fünf eine EP mit dem Namen Affliction auf den Markt gebracht. Nun folgt endlich das langersehnte Debütalbum. Exhaust ist damit ein weiterer Meilenstein, den Science of Sleep auf ihrem Weg nach oben passieren. Weiterlesen

CD: Schöngeist – Wehe!

Herzen erobern

coverEndlich etwas Neues – das werden sich viele Fans gedacht haben, die sehnsüchtig auf ein weiteres Album der Münchner Band Schöngeist gewartet haben. 2006 gegründet, haben sich die Musiker um Fronter Timur Karakus ein ganz spezielles Genre ausgesucht, um Fuß zu fassen. Nein, man kann es nicht direkt eingrenzen, was Schöngeist machen ist eine elegante Mischung aus Gothrock und orientalischen Tönen, die bei der holden Weiblichkeit vor allem durch Sänger Timur noch einmal ganz besonders gut ankommen. Dieser spart live nämlich nicht mit seinen Reizen, zieht die Blicke durch einen lasziven Hüftschwung, das samtige schwarze Haar und ein hinreißendes Lächeln auf sich. Lenkt das von der Musik ab? Manche Dame sicherlich, im Allgemeinen jedoch besinnt sich jeder auch auf den Schöngeist-Konzerten auf das Wesentliche: Die Musik. Weiterlesen

Interview mit Secrets of Sin

Am 30. August erschien der erste Longplayer von Secrets of Sin: Future Memories. Nach meiner CD-Rezension wollte ich mehr über die Band erfahren, die mit ihrem Metal-Sound gut hörbare Musik abgeliefert haben:

Horusauge: Stellt euch bitte erst einmal vor (Name, Alter, Funktion in der Band, seit wann dabei).
Christina Groner, 24, Vocals, seit 2011 dabei
Michael Schier, 24, Drums & Percussion, Gründungsmitglied
Philipp Eiperle, 23, Piano & Keys, Gründungsmitglied
Niklas Rach, 23, Guitars, Gründungsmitglied
Robert Mansk, 24, Guitars & Vocals, Gründungsmitglied

H.: Hat die Suche nach einem neuen Bassisten schon ein erfolgreiches Ende genommen?
Philipp: Bisher leider noch nicht. Wir hatte zwar einige Bewerber, sind allerdings bisher noch nicht fündig geworden. Wenn also noch jemand Interesse hat, darf er sich gern bei uns melden. Weiterlesen

CD: Covenant – Leaving Babylon

Die schwedischen Soundtüftler sind zurück

mind215-24erBooklet.inddLange mussten wir auf ein musikalisches Lebenszeichen warten, viel hat sich in der Zwischenzeit im Lager von Covenant getan. Joakim Montelius hat sich ganz von der Bühne verabschiedet, ist aber ein festes Mitglied der Band im Studio geblieben. Daniel Myer widmet sich mittlerweile wieder ganz seinen eigenen Projekten, hat zu dieser CD aber noch einiges beigetragen. Daniel Jonasson ist vom festen Live-Knöpfchendreher zum festen Bandmitglied geworden, und ganz neu dabei ist der Komponist und Soundwizard Andreas Catjar, ein langjähriger Freund der Band. Covenant sind nun also zu viert und wieder vollkommen schwedisch – und vielleicht kommt es nur mir so vor, aber schon klingt alles wieder organischer und kompakter. Nicht dass das Vorgängeralbum Modern Ruin schlecht gewesen wäre, beileibe nicht, doch die ganz großartigen Covenant-Momente fehlten darauf meiner Meinung nach. Weiterlesen

CD: F. O. B.: Reap what you sow (VÖ: 05.07.2013)

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Keine Experimente!

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F.O.B. sollten besser nicht mit der amerikanischen Band Fall Out Boy verwechselt werden – mit diesen netten Alternative-Rock-Bubis aus Chicago teilt sich das Metal-Quintett aus Tschechien nämlich nur die Abkürzung des Bandnamens. „Unsere“ Band F. O. B. besteht aus Mára (Vocals), Corbow (Bass), Marty (Schlagzeug) und den beiden Gitarristen Profesor und Daniel Mazanec, wurde Mitte der Neunzigerjahre gegründet, und das nun vorliegende fünfte Studioalbum Reap what you sow zeigt schnell, womit man es hier zu tun hat: energiegeladene Songs mit Mut zum Experiment. Weiterlesen

Buch: Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos

Der Versuch einer Rezension aus der zugegeben subjektiven Sicht eines bekennenden Nichtfans

Warum liest man ein Buch über Black Metal, wenn man die Musikrichtung nicht mag? Nun, einfach aus Interesse an einem der extremsten Auswüchse der Musikgeschichte und wie es zu solchen Auswirkungen wie Kirchenbränden und Mord kommen konnte.

Lords of Chaos wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren von 1994 bis zur ersten Veröffentlichung 1998 erarbeitet. Es setzt sich zu einem Großteil aus persönlich geführten Interviews, unter anderem mit einem der Hauptprotagonisten, zusammen, weitere Interviews mit vielen weiteren beteiligten Personen innerhalb und außerhalb der Szene wurden am Telefon oder per Post geführt; Zeitungsberichte aus den entsprechenden Jahren sind ebenfalls in das Buch eingeflossen. Insgesamt wird versucht, die Entwicklung des Black Metal und die Geschehnisse in seinem Verlauf und die Verbindungen zur politischen Rechten näher zu beleuchten. Auch das deutsche Kapitel des Black Metal mit dem Mord an Sandro Beyer durch Mitglieder der Thüringer Band Absurd wird dabei behandelt. Weiterlesen

CD: Unzucht – Rosenkreuzer (VÖ.: 04.10.2013)

Die Mischung macht es aus!

unzuch_rosenkreuzer_cover_kleinUnzucht legt nach, endlich, für mich hat es viel zu lange gedauert. Nach meinem ersten Konzert der Vier Ende 2012 war ich schon neugierig darauf, wie die Fortsetzung wohl aussehen würde – obwohl Der Schulz damals meinte, derzeit werde noch nicht an einem neuen Album gearbeitet. Aber wen wundert es, dass man zwischen vier unterschiedlichen Touren (zum Beispiel mit Mono Inc. und im Rahmen des Dark End Festivals 2012) nicht auch noch zum Komponieren und Texten kommt.

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Buch: Tanja Meurer – Glasseelen

Gefangen in der Unterwelt Berlins

Camilla und ihre Freundin Theresa werden Zeugen eines grausamen Unfalles. Nach einem Museumsbesuch stürzt sich vor ihren Augen ein Mann vom Dach des Hauses. Das Eigenartige: Die Augenhöhlen des Mannes sind leer, zu Staub zerfallen. Gehört auch dieser Mann zu der Reihe von Morden, die die Stadt Berlin verunsichern? Obwohl sich die beiden Mädchen bei Polizei und Therapeuten sicher fühlen, geraten sie bald ins Visier des Serienkillers.

Die ersten Seiten des Buches lasen sich wie von selbst. Schnell tauchte ich in die Geschichte ein. Die grusligen, schaurigen Stellen zu Beginn weckten die Neugier und fesselten mich an das Buch. Die Autorin schafft es mit ihren sehr genauen und ausführlichen Beschreibungen ein Leben hinter die Buchstaben zu bringen. Weiterlesen