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19.04.13, Avantasia, Kaufbeuren

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Kaltes Wetter und beständiger, ziemlich unangenehmer Nieselregen. Es gibt besseres Wetter, um in die richtige Stimmung für ein Konzert zu kommen. Andererseits, wenn man vor der Halle steht und weiß, es geht auf ein Ensemble aus durchweg genialen Musikern zu, die unter Federführung eines Mannes eine Liveshow des Projektes „Avantasia“ geben werden, kann man eigentlich nur guter Stimmung sein. Denn seit mehr als zehn Jahren, genauer seit 2001, steht „Avantasia“ und sein Schöpfer, Tobias Sammet, für eine Versammlung phantastischer Sänger und Musiker und epische Musikstücke. Und auch an diesem verregneten Freitagabend ist jedem klar: Es wird eine lange Nacht, vollgepackt mit Power Metal vom Feinsten aus den mittlerweile fünf Studioalben.

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Filmreview: MAMA (Kinostart 18.04.2013)

„Du darfst sie nicht eifersüchtig machen!“

Der Familienvater Jeffrey ist verzweifelt und tötet aus Frust Arbeitskollegen und Ehefrau. Zusammen mit seinen Kindern

Victoria und Lilly flüchtet er. Ein Verkehrsunfall führt sie schließlich in ein Wäldchen mit einer schaurigen Hütte. Als er versucht seinen Kindern und sich selbst das Leben zu nehmen, wird er von einer schattenhaften Gestalt aus dem Haus gerissen. Die Kinder überleben und werden erst nach fünf Jahren verwildert und verängstigt aufgefunden. Eine neue Herberge finden sie bei ihrem Onkel Lucas und seiner Partnerin Annabel. Doch die schattenhafte, düstere Gestalt, die die Kinder „Mama“ nennen, ist nicht im Wald zurückgeblieben.

Der Film wurde seit langem stark beworben und natürlich siegte bei mir die Neugierde. Tragisch und erschütternd beginnt der Film, die Regisseure wählten eine typische Horrorfilmumgebung, den trostlosen Wald, eine alte Baracke und den kalten Winter. Keine neue Idee! Wie die Geschichte an sich selbst keine neuen aufweist. Ein Geist, der keine Ruhe findet und Unruhe stiftet, bis er hat, was er will. Aber es kommt immer auf die Umsetzung an! Weiterlesen

13.04.2013 2. Dark Munich Festival

26 Runden musikalischer Marathon

Im letzten Jahr erlebte das Dark Munich Festival sein Debüt und damals war klar, es würde definitiv ein zweites geben, das aber größer und noch besser werden würde. Die Veranstalter hatten sich viel vorgenommen und gespannt verfolgte man das stetige Wachsen des Line-ups. Am Ende standen 26 Bands auf der Liste, die an drei verschiedenen Orten auftreten sollten. Die Garage, Theaterfabrik und die Tonhalle im Bereich der Optimolwerke liegen nur wenige Meter auseinander, sodass alles bequem zu erreichen war.

Pünktlich um 12.30 Uhr starteten Bodystyler in den Festivaltag. Sie ersetzten Wort-Ton, die leider kurzfristig absagen mussten. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatten sich bereits zahlreiche „schwarze“ Menschen vor der Theaterfabrik eingefunden, sie wollten von Anfang an dabei sein und keine Band verpassen. Für einen Startact ist es keine einfache Aufgabe, das Publikum zu locken und gleich in vollste Partystimmung zu versetzen, doch die Electroklänge verfehlten nicht ihre Wirkung, sodass man tatsächlich schon ein paar tanzende Beine sehen konnte.

In der Tonhalle startete das Programm mit Mundtot. Die jungen Münchner zeigten sich rockig und melancholisch, leider war es für ihren Auftritt ein bisschen zu früh, denn es herrschte fast gähnende Leere vor der Bühne. Schade, weil sie ein sehr gutes Konzert gaben.

Bei Coma Divine sah es hingegen gleich wieder ganz anders aus. Sonja schaffte es, die Zuhörer zu verzaubern, zu begeistern und holte endlich die  Stimmung ins Publikum.  Eindrucksvoll und in starken Posen stand sie auf der Bühne,  sang mal emotinonal dann wieder mit kraftvollen Tönen. Sehr abwechslungsreich ! Weiterlesen

Neues My Dying Bride-Album: The Manuscript (VÖ: 13.5.13)

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My Dying Bride melden sich zurück mit ihrem neuesten Werk The Manuscript, das sie in den Futureworks Studios in Manchester aufgenommen haben. Die „Titans of Doom“ aus Yorkshire erzählen hier düstere, unheilschwangere Legenden in ihrer gewohnten Mischung aus dunkler Poesie und druckvollem Doom-Metal.

Kommentar der Band:The Manuscript features four monstrous tracks of brilliantly crafted metal that only My Dying Bride can do, with swathes of doom laden melancholy, harmonic beauty and thundering Death Metal all combined in our trademark sound. Four tales of tragedy, loss and bitter vengeance greet the listener with an added assault on the emotions leaving the soul grey and limp. There is beauty here, but it’s carrying a dark blade.“

Tracks:
1. The Manuscript
2. Var Gud Over Er
3. A Pale Shroud Of Longing
4. Only Tears To Replace Her With

(Quelle: Peaceville)

Filmreview: Hitchcock (Kinostart 14.03.2013)

Geduld und Überzeugung

Alfred Hitchcock hat in seiner Karriere als Filmemacher Großes geleistet. An die 60 Filme sind entstanden, und viele hatten weltweiten Erfolg. Der Film „Hitchcock“ erzählt von der Entstehung seines Meisterwerkes „Psycho“, wie er zu der Idee kam, die Auswahl der Schauspieler. Die Filmbranche ist dem Projekt gegenüber sehr skeptisch eingestellt und versagt ihm die Finanzierung. Seine Frau und einige andere treue Seelen glauben an ihn und geben ihm die gewünschte Unterstützung und den nötigen Halt.

„Hitchcock“ ist ein grandioser Film, der die Sorgen und Gedanken Hitchcocks sehr gut darstellt. Er wirkt hin und wieder sehr einsam und ängstlich, und doch strotzt er vor Energie und Kraft, versucht seine Ideen um- und durchzusetzen. Nicht ganz einfach, wenn man bedenkt, dass er die Finanzierung zu seinem neuen Werk allein übernehmen muss und viele Skeptiker im Nacken sitzen hat. Er ist überzeugt von dem Drehbuch und sieht den Erfolg bereits vor sich. Die Hoffnung gibt er nicht auf. Seine Frau ist sein ganz großer Halt, sie sagt ihm die Meinung, auch wenn sie mal negativ ausfällt, dennoch unterstützt sie ihn mit allen Mitteln. Weiterlesen

Rezension: S.A. Urban – Erwarte mich in Paris

“Du gehörst mir!”

Nikola ist Zigeuner und schwul. Nachdem er bekanntgibt, dass er kein normales Leben mit Frau und Kind führen will, versucht die Sippe ihm die „perverse Gesinnung“ aus dem Leib zu prügeln. Seine große, aber unglückliche Liebe Piero hilft ihm zu entkommen. Nikolas Weg führt nach Paris, er wird als Model und Muse entdeckt, sein Leben scheint bergauf zu gehen. Doch der Schein trügt.

Auf das neue Werk von S. A. Urban war ich sehr gespannt, hatte ich doch bereits die letzten beiden „Einmal Sinti und zurück“ und „Engelsgesang“ regelrecht verschlungen. Ihre Art und Weise, den Leser in eine andere Welt zu führen, ist fantastisch.
So war ich also bereits nach den ersten Seiten voll an Nikolas Seite, ich kam mir vor wie sein Schatten, der ihm folgte oder bereits vor Ort war. So hatte ich es erwartet. Völlig gebannt, hibbelig und neugierig las ich mich voran. Nikola ist ein sehr sympathischer und lockerer Typ, versucht sich aus den Zwängen zu befreien und sein Leben zu führen. Unglücklich ist er in Piero verliebt, versucht ihm zu beweisen, dass er genauso toll und sexy sein kann, wie die Männer, mit denen Piero sonst verkehrt. Doch das wird ihm zum Verhängnis. Seine Sippe quält ihn und bei den Beschreibungen derer Taten war ich sehr geschockt und hab echt schlucken müssen. Keine leichte Kost für den Leser. Weiterlesen

Rezension: Bryan Smith – Rock and Roll Zombies aus der Besserungsanstalt

Zombies in Schuluniformen

Die musikalische Umerziehungsanstalt, kurz MUSI genannt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche von der Heavy Metal Sucht zu befreien und zu braven Mitbürgern zu machen. Der konservative Schein trügt jedoch gewaltig, hinter den Fassaden finden S/M-Spielchen und andere Handlungen statt. Wayne und sein Kumpel Steve machen sich auf den Weg, um Melissa, die Freundin Waynes, aus der Anstalt zu befreien. Einfach wird es für die Jungs nicht werden, hat doch ein Kometeneinschlag in der Gegend zahlreiche Zombies ins „Leben“ zurückgerufen. 

Amerikas „Slasherkönig“ hat wieder zugeschlagen. Bryan Smith erweitert meine Sammlung um einen Horrorthriller. Rock-and-Roll Zombies aus der Besserungsanstalt lockte einfach und ich wollte wissen: Was steckt hinter dem außergewöhnlichen Titel? Weiterlesen

CD-Review: Nocte Obducta: Umbriel. Das Schweigen zwischen den Sternen (VÖ: 08.03.2013)

Eine Reise in die Dunkelheit zwischen den Sternen

Umbriel ist, wie einigen sicherlich bekannt, der dritte der fünf großen Uranusmonde, sein Name leitet sich von dem Lateinischen „umbru“ ab, was „Schatten“ bedeutet. Von allen Uranus-Monden besitzt er die dunkelste Oberfläche, reflektiert am wenigsten Sonnenlicht. So gesehen konnte sich Nocte Obducta kein besseres Jahr, keinen dunkleren Frühling aussuchen, um einen Silberling dieses Titels auf den Markt zu bringen.

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