CD-Review: Powerwolf – Preachers of the Night

Im Namen des Herrn

powerwolfZwei Jahre ist es her, dass Powerwolf mit ihrem Album Blood of the Saints die Massen begeisterten. Die Power-Metal-Band preschte nach vorne und direkt in die Gehörgänge zahlreicher neuer Fans, die von der Kraft der Songs und den ausgefeilten Melodien überwältigt waren. Hinzu kamen die Auftritte, die wie Messen anmuteten. Wenn Attila Dorn die Bühne betritt, schwebt ein leichter Nebel, der an Weihrauch erinnert, über die Bühne, Choräle erklingen, und er schreitet so erhaben voran wie der Papst. Powerwolf schaffen es aber trotz aller Parodie, ihre Auftritte und Musik nicht als billigste Blasphemie darzustellen. Im Gegenteil, gibt Gitarrist Matthew Greywolf doch zu, regelmäßig in der Bibel zu lesen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass in vielen Songs Anlehnungen an die Heilige Schrift zu finden sind. Weiterlesen

CD-Review: Dark Tranquillity – Construct

Ein Konstrukt düsterer Emotion

 

„It twists and turns into something that is not to be“ – das sind die ersten Worte, die einem Mikael Stanne entgegen schreit, wenn man die aktuelle CD Construct von Dark Tranquillity in den Player schiebt. Allerdings ist die Zeile bestimmt nicht auf das Album bezogen, denn es ist gewiss etwas, dass sein darf und soll.

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CD-Review: The Last Warning – Progression

Ein bisschen was von allem

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Thrash, Groove, Death – Subgenre des Metal, die The Last Warning aus Österreich in ihrem neuen Album Progression untergebracht haben. Alles zusammen ergibt eine brachiale Mischung, die jeden Metal-Fan beglücken dürfte. Weiterlesen

CD-Review: Agathodaimon – In Darkness

Höllenfahrten

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Agathodaimon haben sich durch eine Annonce gefunden. Schlagzeuger und Gitarrist der Formation aus Mainz suchten und fanden auf diese Weise einen fähigen Sänger und einen guten Bassisten. Schnell stieß noch ein zweiter Gitarrist dazu und komplettierte die Band, die sich zu Beginn noch stark dem Black-Metal verschrieben hatte, diese Elemente aber nach den beiden Demos aus ihrem Stil verbannte. Mittlerweile existiert die Band seit 18 Jahren, kann auf zahlreiche Veröffentlichungen auf Samplers zurückblicken, fünf Studioalben, einen Vertrag mit Nuklear Blast und unvergessene Auftritte auf Wacken, dem WGT und bei einigen Touren. Auf das neue Album mussten die Fans allerdings einige Zeit warten. Agathodaimon haben sich damit Zeit gelassen, zwischenzeitlich einen neuen Gitarristen in ihre Reihen aufgenommen und präsentieren nun endlich In Darkness. Weiterlesen

CD-Review: Liveevil – 3 Altering

Electro-böse

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Die tschechische Metal-Szene ist nicht gerade die bekannteste, aber sie bringt doch ganz hörbare Formationen hervor. So auch Liveevil, die bereits durch ihren Namen zeigen, was Sache ist. Das Anagramm ist recht gut durchdacht und deutet auf ein härteres Metal-Genre hin. Wenn man sich da mal nicht täuscht. Weiterlesen

CD-Review: Mono Inc. – Nimmermehr

Einen Herzschlag härter als weich

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 Die neue CD von Mono Inc. Nimmermehr erscheint am 9. August. Für die Redaktion von Schwarzes Bayern eine zwiespältige Aufgabe, es gab mehrere negative Stimmen dazu und zu Mono Inc. im Allgemeinen. Vielleicht passt hierzu auch eine Aussge aus dem Pressetext zum neuen Silberling: „Stillstand wäre für uns der kreative Tod, weshalb wir diesen Schritt gegangen sind und darauf brennen, den Fans die neue Facette zu präsentieren“. Es ist also nicht mehr alles beim Alten, aber dies war für mich noch mehr ein Grund, mir die Scheibe anzuhören: Weiterlesen

CD-Review: Delirium – Das Erbe der alten Zeit (EP, VÖ: 20.07.2013)

Franken auf dem Vormarsch

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Da euch die Jungs von Delirium erst kürzlich als Band der Woche präsentiert wurden, erübrigt sich hier eine detaillierte Vorstellung des Quintetts aus unserer Kolonie im Norden. Gehen wir stattdessen sofort in medias res: Rein mit der EP Das Erbe der alten Zeit, die Lautsprecher auf Anschlag aufgedreht und los geht’s!

Ich bin alles andere als ein Heimatkundler oder gar Expertin für Folk-s-musik, habe aber durchaus was übrig für diese Themen. Simon Dittrich (Schlagzeug), Steffen Schultheiß (Gitarre), Tobias Herrmann (Gitarre), Björn Bayer (Bass) und Manuel Hiller (Gesang) offenbar auch, denn selten bekommt der unbedarfte Review-Schreiber so detaillierte Hintergrundinformationen zu den einzelnen Liedtexten wie von Delirium. Musikalisch erwartet den geneigten Zuhörer melodischer Metal mit Kreischgesang, mit allen Zutaten, die eine Pagan-Band so braucht, die zwar gefallen, aber nicht ins Reich der beinahe schon tanzbaren Spaß-Mukke abdriften will. Weiterlesen

CD-Review: Leichenwetter – Zeitreise

Vergessen und unterschätzt

leichenwetter_cd_zeitreise_download_1440pxMusiker haben keinen direkten Bildungsauftrag und trotzdem kann ein Songtext dazu genutzt werden. Bei Leichenwetter ist das sogar ziemlich einfach. Diese Band hat es sich zur Aufgabe gemacht, verstorbenen deutschsprachigen Dichtern zu neuem Glanz zu verhelfen. Wer nun glaubt, sie wollen es sich einfach machen, indem sie sich davor drücken selbst zu texten, hat sich noch nie Gedanken darüber gemacht, wie man einem Gedicht musikalisches Leben einhaucht. Viele dieser Texte sind überraschend modern, wenn man sich die Mühe macht genauer auf die Worte zu achten. Sie haben es verdient, gelesen oder, wie in diesem Fall, gehört zu werden. Vereinfacht wird dies dadurch, dass die Musik ins Ohr geht und man Sänger Numen nicht nur gerne hört, sondern er auch einen sehr eigenen Charme besitzt. Weiterlesen

CD-Review: Feuerseele – Erntezeit

Die erste Garbe ist eingebracht

feuerseele_erntezeit_frontcover_1440pxMusik aus dem Mittelalter trifft Metal, daraus wird Mittelalterrock. Nichts Neues sollte man meinen. Trotzdem gibt es immer wieder Bands die versuchen diesen Weg zu gehen. Warum auch nicht? Wenn sie Spaß daran und ein Label gefunden haben, kann keiner sagen, sie hätten etwas falsch gemacht.
Feuerseele sind fünf Recken aus Mönchengladbach, die schon mit ein paar Größen der Szene aufgetreten, auf einigen Samplern erschienen sind und deren Fangemeinde beständig wächst. Im Oktober 2012 veröffentlichten sie mit Erntezeit ihr Debütalbum und noch in diesem Jahr wollen sie einen weiteren Silberling auflegen. Ein guter Grund sie sich mal anzuhören.
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CD-Review: SHRIKE: Hinab in die vertraute Fremdheit (VÖ: 14.06.2013)

Der Herr der Schmerzen

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Eine deutsche Black-Metal-Band namens SHRIKE? Nun, ich war im Januar diesen Jahres sehr sehr intensiv mit Herrn Simmons (nein, nicht Gene – Dan!) beschäftigt und eigentlich der Ansicht, ich hätte meinen Shrike-Soll für 2013 schon erfüllt. Denn, soviel Erklärung sei für Uneingeweihte noch hinzugefügt, das Shrike ist in Dan SimmonsHyperion-Gesänge eine mysteriöse und sehr bedrohliche Wesenheit auf dem Planeten Hyperion. Es kann zwischen verschiedenen Zeitebenen wechseln, besteht scheinbar aus Metall und ist überall mit Klingen und Dornen gespickt. Seine Opfer werden an einen Baum genagelt, wo sie nicht sofort sterben, sondern zunächst die vollen psychischen und physischen Todesqualen durchleiden müssen. Und – immerhin handelt es sich bei SHRIKE ja um eine Black-Metal-Band – das Shrike kann die sogenannte Kruziform, das Markenzeichen der Priester der Zukunft, entfernen, was eigentlich unmöglich ist, da diese mit seinem Träger verwächst.
Alles in allem also eigentlich keine schlechten Voraussetzungen für ein gutes Stück Schwarzmetall. Der Vollständigkeit halber sei noch kurz erwähnt, dass es die Band seit 2006 gibt und Hinab in die vertraute Fremdheit das zweite Album der fünf Herren Uwe (Gesang), Jul (Gitarre), Xaver (Gitarre), Fabi (Bass) und Moe (Drums) ist. Weiterlesen