CD-Review: ELO – Live und Zoom (VÖ: April 2013)

Have a good time

 

Das Electric Light Orchestra war in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt für seine eingängigen Melodien und der Beimischung von orchestralen Tönen, die zur damaligen Zeit etwas Neues waren. Für mich ist ELO der Garant für Musik, die im Hintergrund laufen kann, die mich nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Heimweg zum Mitsingen sowie Lächeln bringt, und die auch beim Feiern unterstützt. 1987 hat sich die im Laufe der Jahre mehrmals veränderte Besetzung der Band aufgelöst.

Nach einem ersten Comebackversuch 2001 von Jeff Lynne, dem Komponisten, Produzenten und Sänger von ELO, bringt er jetzt nochmals Live und Zoom als Neuaufnahmen auf den Markt. In seiner gewohnt perfektionistischen Art und Weise der Studioarbeit versucht er hier eine Wiederbelebung seiner Musik.

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CD-Review: Combustion: Combustion (EP, VÖ: Sept. 2012)

Deconstructing God’s Creation

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Das Münchner Quintett Combustion hat sich komplett dem Oldschool-Death-Metal verschrieben und 2012 in Eigenregie eine EP auf den Markt geworfen, die mit sechs Nackenbrechern aufwartet. Die 2009 gegründete und 2011 nach Besetzungswechseln und Studiobesuch gewissermaßen respawnte Band spielt straightes, brutales Todesmetall, wie es im Buche steht: Keine Schnörkel, kein Gitarrengeficke und kein Track länger als viereinhalb Minuten, statt dessen brachiale Growls und Gedresche auf technisch hohem Niveau. Lyrisch werden die genre-typischen Themen bedient, hier erlebt man wenig Überraschung. Weiterlesen

CD-Review: Totengeflüster: Vom Seelensterben (VÖ: 01.02.2013)

Wenn Seelen in der Kälte verenden

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Vom Seelensterben ist eigentlich keine CD. Es ist eher ein Gedichtzyklus, den jemand mit symphonischem Black Metal unterlegt und mit einem grandiosen Artwork bebildert hat.
Aber der Reihe nach: Totengeflüster sind eine noch relativ junge Band, 2007 von Totleben gegründet, die jetzt ihren Erstling komplett in Eigenregie auf den Markt geworfen haben. Musik, Lyrics, Artwork – alles handgemacht, und man merkt schnell, dass hier absolute Profis am Werk sind (insbesondere, was das beeindruckende Artwork betrifft).

Den Hörer erwartet eine Dreiviertelstunde lang kalter, sehr melodischer Black Metal. Und wenn ich eingangs „symphonisch“ sagte, dann meinte ich das auch so: Die Instrumentation kann sich hören lassen, Dimmu Borgir, Cradle of Filth, Agathodaimon oder auch Imperium Dekadenz hätten es nicht besser machen können.

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CD-Review: Asaru: From the Chasms of Oblivion (VÖ: 18.05.2012)

Darkness, Death and Hate from Darmstadt

(… and Oslo)

asaru__cover__rgbManchmal habe ich das Gefühl, Agathodaimon verfolgen mich. Ernsthaft, es scheint, als gäbe es in der deutschen Black Metal-Szene kaum einen Musiker, der nicht irgendwann mal bei der Mainzer Formation mitgewirkt habe. Welch‘ Wunder also, dass auch ASARU mit einem Ex-Agathodaimon-Mitspieler aufwarten kann: Frank „Akaias“ Nordmann gründete die Kapelle 1995 zusammen mit Basser Dorian Kremer, ASARU sind also eine der dienstältesten Bands in Deutschland. Nach zahllosen Besetzungswechseln, Auflösung, Neugründung, zwischenzeitlichem Umzug Nordmanns nach Oslo und diversen anderen Problemchen erschien im Mai 2012 das zweite Album From the Chasms of Oblivion – und, soviel sei vorab gesagt – es lohnt sich definitiv, hier reinzuhören. Weiterlesen

CD-Review: Suidakra – Eternal Defiance

Keltischer Durchmarsch

 
sd_ed-c_1500x1500 Celtic Metal als Genre ist nicht zuletzt der Formation Suidakra zu verdanken. Denn sie waren es, die brutalen Death Metal mit keltischen Folk-Elementen vermischten und daraus einen eigenen Stil kreierten, der mittlerweile von zahlreichen Bands kopiert und verfeinert wird. Ihr Weg begann 1994, damals noch unter dem Namen Glorification und wurde zum Erfolgsmarsch.
Das elfte Studioalbum Eternal Defiance erscheint nun mit neuen, kräftigen Songs. Weiterlesen

CD-Review: Gothminister – Utopia (VÖ:17.05.2013)

Düstere Auferstehung

Mit Utopia präsentieren Gothminister ein außergewöhnliches Projekt. Zusätzlich zu der CD wird es einen 77-minütigen Film auf DVD geben, der die Welt zwischen Musik und Leinwand verbindet. Es ist das fünfte Album der norwegischen Goth-Metaler.


„Es wird eine Auferstehung der Toten, der Gerechten und der Bösen!“
Mit dem Titelsong „Utopia“ traten Gothminister beim norwegischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest an, doch sie scheiterten und mussten Margaret Berger das Feld überlassen. Vielleicht war ihr düstere Show zu gruselig für die Anwesenden.

Das Cover deutet die Geschichte des Albums bereits an. Zu sehen ist Björn, mit blutverschmierten Mund, spitz zugefeilte Zähne reißen zusammen mit scharfen Fingernägeln ein Loch in die ursprüngliche, natürliche Hülle des Musikers. Die Auferstehung des Bösen! Schaurig schön, wie gewohnt! Weiterlesen

CD-Review: Cardillac Complex – Forgotten Reasons

Orientierungsphase

Sie sind jung, willig und bringen einen starken Mix aus Gothic Rock und Melodic Metal mit: Cardillac Complex aus Münster könnten der neue Stern am Musikhimmel werden. Mit ihrer Debüt-EP Forgotten Reasons zeigt das Quintett, wohin es gehen soll und stellen sich vor. Weiterlesen

CD-Review: Stahlmann – Adamant (VÖ: 19.04.2013)

Stahlmann und noch mehr Liebe

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Angefangen hat der Erfolg der 2008 gegründeten Gruppe Stahlmann um Frontmann Mart mit der Debüt-EP Herzschlag und dem 2010 veröffentlichten Debütalbum Stahlmann. In den letzten Jahren hat die Band ihre Wirkung auf das Publikum in Klubs, als Support für unter anderem Eisbrecher und Mono Inc. sowie auf Headlinertouren nicht nur durch Deutschland eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die neue CD Adamant.
Mit Stahlmanns Quecksilber im Ohr ist es nicht leicht sich vorzustellen, wie hart Adamant für diese Band sein wird. Ernüchternd, dass es keinen Unterschied gibt. Der Sound ist nicht viel anders, die Texte eher zahmer. Für Fans dürfte es neues Ohrwurmfutter sein, zum Anfüttern scheint es weniger geeignet.
Treibender Rhythmus ist fast allgegenwärtig, Alleingänge der Instrumente selten und eher kurz. Liebe und Begierde ziehen sich durch das gesamte Album, wobei mehr als eine Facette an-, aber leider nicht durchleuchtet wird. Weiterlesen

CD-Review: Suffering Souls – Sadistic Goat Complex (VÖ: 13.11.2009)

Hervorragender Melodic Black Metal made in Bavaria!

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Es passiert ja nicht oft, dass man, nichts ahnend, eher wenig erwartend, auf „Play“ drückt – und aus den Socken gehauen wird. Mir ging es zuletzt so mit Sadistic Goat Complex von Suffering Souls. Die Scheibe kam bereits 2009 heraus und ist die bislang letzte in einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen, für die sich Lord Esgaroth, musikalisches Mastermind und einziges dauerhaftes Mitglied der Band, seit 1994 verantwortlich zeichnet.

Mich jedenfalls beschlich schon beim Anblick des düsteren, gigeresquen Covers schon die Ahnung, dass diese CD etwas für mich sein könnte. Weiterlesen

CD-Review: Norse – All is Mist and Fog (VÖ: April 2013)

Technisch versiertes Todesmetallnorse_cover

Der Name. Der Titel. Das Cover. Seltsam geschminkte Männer mit langen Haaren. Alles lässt einen rein optisch an den düsteren Norden, Norwegen, denken, vielleicht im nebligen September, den schon Darkthrone so schön besungen haben.
Weit gefehlt: Norse ist ein Zwei-Mann-Projekt aus – haltet euch fest – Australien, bestehend aus Gitarrist und Sänger Treelo Harrington und Drummer Robin „Frog“ Stone. 2006 machten sie erstmals mit ihrer Debut-EP The Unrelenting auf sich aufmerksam, 2008 folgte, nach unzähligen Konzerten in ihrer Heimat, dann das Debut-Album Hellstorm. Jetzt liegt das zweite Album der Nordmänner vor. Weiterlesen