CD: Schwarzer Engel – In brennenden Himmeln

Da brennt was

schwarzer-engelSchwarzer Engel ist ein Solo-Projekt, das seit 2007 durch die Kreativität und den Ideenreichtum des Gründers lebt, der wirklich alles selbst macht. Warum, das bleibt wohl eine für immer unbeantwortete Frage, aber wenn man Dave Jason auf seinen Alben hört, dann merkt man gar nicht, dass da nur ein Mann an Drums, Gitarre und dem Mikro steht. Live sieht das zum Glück ein bisschen anders aus, da wird Jason von vier Musikern begleitet, die mit ihm zusammen eine düstere Show auf die Bühne bringen. Jason holt sich für seine Alben immer wieder Gastmusiker ins Studio. Anfang 2010 unterschrieb er einen Plattenvertrag bei der Trisol Music Group. Das war ein Meilenstein, denn bei dem Label sind auch ASP, Project Pitchfork und andere unter Vertrag, und so kamen bald tolle Touren mit Ahab und anderen bekannten Gesichtern zustande und das damals neue Album Apokalypse wurde weltweit veröffentlicht. Weiterlesen

CD: Science of Sleep – Exhaust

Um die Ohren gehauen

exhaustScience of Sleep  haben sich erst vor drei Jahren in Braunschweig gegründet. Die Band um Sänger Marcus Jasak hat sich aber schnell einen Namen gemacht und mit ihren brachialen Growls eine Fangemeinde gewonnen. Das schafften sie auch mit bereits über 200 Auftritten auf Festivals und als Supportband. Für Deathcore-Liebhaber ist es nicht schwer, der Band zu folgen, denn was sie abliefern, hat wirklich Hand und Fuß. Die gewaltigen Growls sind gut und werden von Marcus auch ohne zu schwächeln durchgehalten – sowohl auf Platte als auch live. Vor zwei Jahren haben die fünf eine EP mit dem Namen Affliction auf den Markt gebracht. Nun folgt endlich das langersehnte Debütalbum. Exhaust ist damit ein weiterer Meilenstein, den Science of Sleep auf ihrem Weg nach oben passieren. Weiterlesen

CD: Schöngeist – Wehe!

Herzen erobern

coverEndlich etwas Neues – das werden sich viele Fans gedacht haben, die sehnsüchtig auf ein weiteres Album der Münchner Band Schöngeist gewartet haben. 2006 gegründet, haben sich die Musiker um Fronter Timur Karakus ein ganz spezielles Genre ausgesucht, um Fuß zu fassen. Nein, man kann es nicht direkt eingrenzen, was Schöngeist machen ist eine elegante Mischung aus Gothrock und orientalischen Tönen, die bei der holden Weiblichkeit vor allem durch Sänger Timur noch einmal ganz besonders gut ankommen. Dieser spart live nämlich nicht mit seinen Reizen, zieht die Blicke durch einen lasziven Hüftschwung, das samtige schwarze Haar und ein hinreißendes Lächeln auf sich. Lenkt das von der Musik ab? Manche Dame sicherlich, im Allgemeinen jedoch besinnt sich jeder auch auf den Schöngeist-Konzerten auf das Wesentliche: Die Musik. Weiterlesen

CD: Covenant – Leaving Babylon

Die schwedischen Soundtüftler sind zurück

mind215-24erBooklet.inddLange mussten wir auf ein musikalisches Lebenszeichen warten, viel hat sich in der Zwischenzeit im Lager von Covenant getan. Joakim Montelius hat sich ganz von der Bühne verabschiedet, ist aber ein festes Mitglied der Band im Studio geblieben. Daniel Myer widmet sich mittlerweile wieder ganz seinen eigenen Projekten, hat zu dieser CD aber noch einiges beigetragen. Daniel Jonasson ist vom festen Live-Knöpfchendreher zum festen Bandmitglied geworden, und ganz neu dabei ist der Komponist und Soundwizard Andreas Catjar, ein langjähriger Freund der Band. Covenant sind nun also zu viert und wieder vollkommen schwedisch – und vielleicht kommt es nur mir so vor, aber schon klingt alles wieder organischer und kompakter. Nicht dass das Vorgängeralbum Modern Ruin schlecht gewesen wäre, beileibe nicht, doch die ganz großartigen Covenant-Momente fehlten darauf meiner Meinung nach. Weiterlesen

CD: F. O. B.: Reap what you sow (VÖ: 05.07.2013)

Keine Experimente!

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F.O.B. sollten besser nicht mit der amerikanischen Band Fall Out Boy verwechselt werden – mit diesen netten Alternative-Rock-Bubis aus Chicago teilt sich das Metal-Quintett aus Tschechien nämlich nur die Abkürzung des Bandnamens. „Unsere“ Band F. O. B. besteht aus Mára (Vocals), Corbow (Bass), Marty (Schlagzeug) und den beiden Gitarristen Profesor und Daniel Mazanec, wurde Mitte der Neunzigerjahre gegründet, und das nun vorliegende fünfte Studioalbum Reap what you sow zeigt schnell, womit man es hier zu tun hat: energiegeladene Songs mit Mut zum Experiment. Weiterlesen

CD: Unzucht – Rosenkreuzer (VÖ.: 04.10.2013)

Die Mischung macht es aus!

 

unzuch_rosenkreuzer_cover_kleinUnzucht legt nach, endlich, für mich hat es viel zu lange gedauert. Nach meinem ersten Konzert der Vier Ende 2012 war ich schon neugierig darauf, wie die Fortsetzung wohl aussehen würde – obwohl Der Schulz damals meinte, derzeit werde noch nicht an einem neuen Album gearbeitet. Aber wen wundert es, dass man zwischen vier unterschiedlichen Touren (zum Beispiel mit Mono Inc. und im Rahmen des Dark End Festivals 2012) nicht auch noch zum Komponieren und Texten kommt.

 

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CD-Review: Isvind: Daumyra (VÖ: 15.08.2013)

A Blast from the Past

Isvind gehören zu den ganz, ganz alten Black-Metal-Bands, gegründet 1992 in Oslo, damals noch als Trio und unter dem englischen Namen Ice Wind. Nach isvind_daumyra_coverdrei Demos und einer EP erschien 1996 das Debutalbum Dark Waters Stir, danach wurde es ruhig um Isvind, denn ganze sieben Jahre dauerte es, bis die Split-EP Kuldedød / Det Hedenske Norge 2003 auf den Markt kam. Danach kam wieder lange lange nichts, 2011 erschien dann das zweite Album Intent Lever. Diesmal hat sich das Duo Goblin (Schlagzeug, Gesang, Keyboards) und Arak Draconiiz (Gitarre, Bass, Gesang – und ja, das ist auch der Ex-Tsjuder-Klampfer) beeilt und beglückt meine Ohren 2013 via Folter Records mit ihrem neuesten, dem dritten Studioabum Daumyra.

Diese lange Einführung dient vor allem einem Zweck: Aufzuzeigen, was einen auf Daumyra erwartet. Knüppelharter Black Metal, wie er sein sollte, der seine Wurzeln in den 90er Jahren nicht verleugnen kann und auch nicht verleugnen will. Mich versetzen die rasenden, wütenden und ziemlich kalten Lieder jedenfalls sofort wieder in die glückliche Zeit meiner Jugend, als das, was die Jungs hier vorlegen, noch brandneu war. Und genau dafür mag ich Daumyra: Hier gibt es keine Kompromisse, keine Überraschungen, drin ist, was draufsteht – so muss das sein! Weiterlesen

CD-Review: Absent/Minded: Earthtone (VÖ: 12.07.2013)

Erdige, dunkle Klänge aus Franken

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Absent/Minded ist ein Quartett aus Bamberg, das sich einer Musik verschrieben hat, die sehr eigenständig und ungewöhnlich ist. Die Mischung aus Sludge, Doom und Postcore Metal, die uns die Franken auf ihrem zweiten Album Earthtone bieten, ist aber dennoch richtiggehend organisch zu nennen, die Elemente greifen reibungslos ineinander und erzeugen eine düstere Stimmung, nicht unähnlich einer Sepia-Fotografie eines verlassenen Landstriches, einer Wiese vielleicht mit hüfthohem, verdorrtem Gras. Wie die vier Bandmitglieder Jürgen, Uwe, Stevie und Michael so ticken, haben sie uns bereits im Kurzinterview verraten, als wir Absent/Minded als Band der Woche vorgestellt haben. Genug der Vorrede, allerhöchste Zeit, ins aktuelle Album Earthtone reinzuhören! Weiterlesen

CD-Review: InfiNight – The Vision

In der Kürze liegt die Würze oder
das powermetalische Appetithäppchen

 

 

 

Die fünf Saarländer von Infinight, einer Powermetalband, die 2001 gegründet wurde, haben ihre neue EP The Vision vorgestellt. Eine EP ist ein Zwischending aus Single und Album. Hier besteht sie aus fünf Titeln, wobei es eigentlich nur drei „richtige“ Songs sind, die zwei verbleibenden gehen wohl eher als Intros oder Lückenbüßer durch, ohne das abwertend zu meinen. Dachte sich wohl auch die Band und hat sie deshalb nicht an den Anfang bzw. das Ende gestellt, sondern als zweites und als drittes Stück platziert.

 

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CD-Review: Burning Shadows – Gather, Darkness!

Abgebrannte Schattenburning_shadows_gather_darkness_cover

Ihrem zweiten Album Gather, Darkness! haben die Power Metaller von Burning Shadows das Prädikat „Konzept-Album“ verliehen, denn die Jungs aus Washington DC fahren mit etwas eher Ungewöhnlichen auf. Sie haben ihr Album in vier Abschnitte (eine Ouvertüre und drei Akte) unterteilt, was Gather, Darkness! im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Metal-Oper macht. Namensgebend für das Album und Hauptthema ist der Science Fiction-Roman Gather, Darkness! von Fritz Leiber, der als Wegbereiter dieses Genre angesehen wird.
Die Frage ist nun: Geht dieses Konzept am Ende auch zugunsten von Burning Shadows auf? Ich möchte dem nicht vorgreifen, sondern die Sache von vorn her aufrollen. Weiterlesen