Reisebericht: Punk in Thailand (1/4)

Für immer Punk – Part 1/4

Wenn ich auf Reisen bin, werden vorher die Einzelstationen der Reiseroute standardmäßig auf Gothic, Punk, Rockabilly, Psychobilly und Metal abgeklopft. Auf Subkultur im Ausland bin ich immer neugierig. Manchmal hat man dabei Glück und wird fündig, manchmal eben auch nicht. In Chiang Mai entdecke ich die Mohawk Bar, und am letzten Abend ist in Bangkok im Metal-Club Immortal scheinbar eine Hardcore Show. Na bitte!20181102_211148

Mohawk Bar, Chiang Mai

Die Mohawk Bar liegt ca. zwei Kilometer nördlich der Altstadt etwas versteckt am Ende einer als Parkplatz genutzten Brachfläche. Wir lassen uns von einem TukTuk hinbringen, und dank Google Maps ist das mittlerweile auch kein Problem mehr. Die moderne Technik hält auch in Thailand überall Einzug.

20181102_211118Die Lage erweist sich als ideal, denn hier sind keine Nachbarn, die man groß lärmbelästigen könnte. Dementsprechend laut schallt uns der Punk entgegen. Vor der Tür stehen ein Grill und ein paar klapprige Sitzgelegenheiten, und ein paar Thais machen Barbecue. Drinnen werden wir von John aus Seattle begrüßt, der die kleine Bar zusammen mit Nuy führt, der kurze Zeit später auftaucht. Ein echter Punkschuppen, der auch als Proberaum dient, wie das Drumkit in der Ecke beweist. Die Bar existiert erst seit April, und die Klotür wurde leider 20181102_211134zwei Wochen zuvor eingetreten, entschuldigt sich John. Diese muss man nun von Hand als Sichtschutz anlehnen und festhalten, oder man stellt sich einfach im Dunkeln am den Parkplatz-Zaun. Wir werden direkt zum Barbecue eingeladen, kommen aber gerade vom Essen. Die meisten Thais können leider nur wenig Englisch, aber mit Typhoon, der aus Bangkok zu Besuch ist, verstehen wir uns prächtig. Er gibt uns Tipps zur Blah Blah Bar in Pai und Jools Bar in Bangkok, außerdem wollen wir uns zum Konzert in der Im20181102_211201mortal Bar treffen. Außer uns treffen noch zwei junge Deutsche vom Bodensee ein, und später ein paar Hamburger. Bald ist Bier alle, und Nuy muss mit dem Motorrad dreimal im Laufe des Abends Nachschub holen. Er und John tanken aber auch gut mit. Um Mitternacht wird die Außenbeleuchtung ausgeschaltet, denn jetzt endet die offizielle Schanklizenz. Die Party geht aber ansonsten uneingeschränkt weiter, es läuft viel Hardcore (immer wieder Moscow Death Brigade) und Irish Folk Punk. Irgendwann legt John sich völlig entspannt auf die Couch und pennt. Die Kasse (eine Plastikdose mit nicht schließendem Deckel) hinter dem Tresen ist offen, irgendwer wird sich schon drum kümmern, und die Leute wissen ja, wo das Bier ist. Das nennt man wohl Gothvertrauen. Mit einem Hamburger Pärchen verstehen wir uns so gut, 20181102_232949dass wir beschließen, uns zwei Tage darauf in Pai in der Blah Blah Bar wieder zu treffen. Witzigerweise wohnen wir in Chiang Mai im selben Hostel, also treten wir feucht und fröhlich den Heimweg irgendwann gemeinsam an.
Weil es so spaßig und anders war als im spießigen München, gehen wir am nächsten Abend noch einmal hin. John freut sich uns zu sehen, Nuy schaut nur kurz vorbei, er ist noch fertig von der gestrigen Nacht. Der Grill läuft auch heute, und wir lernen im Laufe des Abends eine Punkerin aus Vancouver kennen, die zum Runterkommen nach Chiang Mai gezogen ist, und einen Punk aus Malaysia, der gerade Urlaub macht. Zwis20181102_211220_2chendurch verschwindet John zum Rauchen im Dunkeln des Parkplatzes und lässt den Tresen mal wieder verwaist zurück, derweil kommen neue Gäste. Ich entschuldige ihn und überlege schon, ob ich schnell einspringen soll, weil es irgendwie länger dauert, doch dann taucht zum Glück Miss Vancouver auf und übernimmt die Bedienung für eine Weile. Wir halten uns heute aber etwas zurück, denn morgen fahren wir in die Berge nach Pai, und das bedeutet eine dreistündige Busfahrt mit 762 Kurven.

https://mohawk-bar.business.site/
https://www.facebook.com/pages/Mohawk-Bar-Chiang-Mai/1451132561785351
Adresse: 47/13 Thanon Atsadathon
Pa Tan, Amphoe Mueang Chiang Mai, Chiang Mai 50300, Thailand

(2002)

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