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Buch: Alan Parks – Blutiger Januar

Abgründe tun sich auf

Blutiger Januar von Alan ParksDer Leser ist mitten im düsteren, verrußten Glasgow, in einem blutigen Januar 1973. Detective Harry McCoy bekommt von einem Gefängnisinsassen den Tipp, dass eine junge Frau ermordet werden soll. Seine Ermittlungen dazu sind allerdings nicht zielführend, deshalb gibt er den nächtlichen Vergnügungen mit Janey, einer Prostituierten, und Speed den Vorzug. Das Erwachen am nächsten Tag ist hart, noch dazu, als sich die Ankündigung bewahrheitet und ein Jugendlicher am Bahnhof eine junge Frau und sich selbst erschießt. Harry und sein neuer Partner Wattie müssen dabei zusehen, sie haben keine Chance es zu verhindern. Umso mehr verbeißt sich McCoy danach in diesen Fall, hartnäckig und ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Zugute kommen ihm seine Kontakte zur Glasgower Unterwelt und sein verzweigtes Netz an Informanten. Der Detective geht oft eigene, unbürokratische Wege, muss einige (Tief-) Schläge hinnehmen. Aber der ungeklärte Fall und die sich daraus ergebenden Verbindungen zu anderen Verdächtigen, die ihre Lust am Töten noch nicht befriedigt haben, lassen ihn nicht los. Weiterlesen

Buch: Christof Meueler mit Franz Dobler – Die Trikont-Story

Musik, Krawall & andere schöne Künste

Meueler_CDobler_FDie_Trikont-Story_183708Uff, das ist ein ganz schön großer, dicker und schwerer Wälzer, den Heyne Hardcore hier herausgegeben haben. Das ist aber auch gut so, da als e-Book mit Sicherheit einiges an Wirkung verloren gehen würde. Die Trikont-Story präsentiert zum 50. Geburtstag die Entstehungsgeschichte und Entwicklung des kleinen Münchener Labels Trikont zur weltweit renommierten und geschätzten Independent-Plattenfirma. Weiterlesen

Buch: Michael Muhammad Knight – Taqwacore

Punk und Islam

taqwacoreTaqwacore ist eine Wortschöpfung aus dem arabischen Taqwa für Gottesehrfurcht und der Punkrichtung Hardcore, und damit ist der Kern der Sache schon beschrieben.
Yusef, ein durchschnittlicher Muslim und amerikanischer Collegestudent mit pakistanischen Wurzeln, lebt in Buffalo in einer Hausgemeinschaft muslimischer Punks. Dementsprechend ist dieses Haus mit allerlei schrägen Typen bevölkert. Da ist der Junkie Amazing Ayyub, der immer sein riesiges „KERBELA“-Tattoo auf der Brust präsentiert. Jehangir Tabari trägt einen 30 cm langen gelb gefärbten Irokesenschnitt und betrinkt sich regelmäßig bis zur Besinnungslosigkeit. Fasiq Abasa hat orangefarbene Stacheln auf dem Kopf und raucht Joints, während er den Koran liest. Der Sudanese Rude Dawudd ist ein glühender Ska-Anhänger, Anzug, Krawatte und Pork-Pie-Hut. Muzammil ist offen homosexuell und stellt sich die Frage, ob er während des Fastenmonats Ramadan beim Blowjob schlucken darf. Weiterlesen

Buch: Alexander Kühne – Düsterbusch City Lights

Danzig – Darmstadt – Dallas – Düsterbusch

146_27018_166455[1]Der Leser erfährt aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Anton Kummer, wie er in dem kleinen Kaff Düsterbusch aufwächst. Durch viele kleine Geschichten baut sich langsam sein Werdegang auf, und man kann sehr gut miterleben, wie Anton zu dem jungen Mann heranreift, der keine Lust hat, sich linientreu der Parteiführung anzupassen und den kleinbürgerlichen Mief auf dem Dorf und der DDR überhaupt zu ertragen. Schon früh lernt er Existentialisten und Hippies kennen, die die staatlichen Obrigkeiten ablehnen, was ihn nachhaltig beeinflusst. Immer wieder hat er Ärger in der Schule, Ärger bei der Lehrstelle und Ärger auf der Arbeit. Das einzige, was ihn wirklich interessiert, ist Westmusik, die ihn die Freiheit spüren lässt, die ihm im täglichen Leben fehlt.

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Buch: David F. Ross – Schottendisco

Backflash in die 80er

Bobby uRoss_DFSchottendisco_171693nd Joey sind zwei typische Teenager in Kilmarnock, die, wie so viele, nicht wissen, was sie nach der Schule machen sollen. Ohnehin sind ja die meisten Leute arbeitslos. Als für eine Party DJs gesucht werden, wittern die beiden ihre Chance und gründen eine mobile Disco namens Heatwave. So kann man Platten auflegen und Spaß haben, dabei Geld verdienen und bei den Mädchen gut ankommen. Der erste Abend geht zwar gründlich in die Hose, trotzdem entwickelt sich Heatwave zu einer Konkurrenz zu Fat Franny, einer lokalen Gangster-Größe. Diesem ist das natürlich ein Dorn im Auge, da er die Unterhaltungsbranche der Gegend fest in seiner Hand hat. Ob das wohl gut geht? Weiterlesen

Buch: Gregor Weber – Asphaltseele

Noir in Frankfurt

 

Weber_GAsphaltseele_172623Ruben Rubeck ist ein harter Hund: Polizist im verrufenen Frankfurter Bahnhofsviertel, Ex-Soldat, geschieden, nicht mehr jung, nicht mehr schön (oder noch nie gewesen), selten nett zu seinen Mitmenschen und mit einer sehr – sagen wir mal – flexiblen Auslegung der Dienstvorschriften. Nach Arbeitsschluss müssen es zwingend zwei, drei, viele Pilsbiere im „Schlabbekicker“ sein und vielleicht auch noch ein Besuch bei Ina, der Hure mit dem großen Herz. Den Weg nach Hause findet er auch sternhagelvoll noch, er wohnt nämlich mitten im Rotlichtviertel – praktisch, wenn man es nicht weit zur Arbeit hat. An einem dieser Abende gerät er zufällig in eine Schießerei, bei der er eingreifen und den kosovarischen Gangsterboss Gani Palokaj in Notwehr mit zwei Schüssen niederstrecken muss. Das hat natürlich interne Ermittlungen zur Folge, und so viel Aufmerksamkeit ist Rubeck gar nicht recht. Als dann auch noch ein gewisser Nawrocki vom LKA ihn für eine Geheimoperation einspannen will, bei der Palokaj am offiziellen Dienstweg vorbei hinter Gitter gebracht werden soll, ist es mit dem ruhigen Leben endgültig vorbei. Plötzlich muss sich Rubeck gegen eine Vielzahl undurchsichtiger Gegner behaupten, und als er endlich merkt, was wirklich gespielt wird, ist es fast schon zu spät. Weiterlesen

Buch: Beth Ditto – Heavy Cross

Kiss my Ass!

 

ditto_bheavy_crossBeth Ditto schildert in ihrer Autobiographie ihren Werdegang von der jungen Mary Beth Patterson, aus dem von der Welt abgeschnittenen Kaff Judsonia in Arkansas, zur weltberühmten Sängerin Beth Ditto der Band Gossip, bekennende Lesbe, Femme und Feministin. Dies verläuft relativ chronologisch ab ihrer Jugend mit 13 Jahren, und obwohl „mit Michelle Tea“ eine Co-Autorin genannt wird, erscheint mir Beths Geschichte sehr authentisch, weil es zwischendurch immer wieder Flashbacks in die frühere Kindheit gibt. Dadurch wirkt das Buch nicht wie von einem professionellen Ghostwriter, sondern wirklich echt, was ich als sehr positiv empfinde. Ebenfalls echt ist die schonungslose Offenheit, mit der Beth mit ihrer Kindheit umgeht, die alles andere als behütet verläuft, sondern geprägt ist von seelischem, körperlichem und sexuellem Missbrauch, auf den ich im Rahmen dieser Buchrezension aber nicht näher eingehen möchte. Phasenweise ist ihre Autobiographie wirklich keine leichte Kost, so dass ich Beth beim Lesen am liebsten in die Arme genommen und beschützt hätte, so irrational der Gedanke natürlich auch gleichzeitig ist. Bemerkenswerterweise hätte Beth sich genau das an einem bestimmten Punkt im Leben gewünscht, aber dazu komme ich erst später. Umso beeindruckender ist es für mich, wie Beth es geschafft hat, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und zu einer Ikone zu werden, die sogar die Modewelt in Aufruhr versetzt. Weiterlesen

Buch: Billy Idol – Dancing With Myself

King of the Wasserstoff!

idol_bdancing_with_myselfSeine Autobiographie Dancing With Myself leitet zusammen mit dem quasi gleichzeitig erscheinenden neuen Studioalbum Kings & Queens of the Underground ein Comeback für Billy Idol ein.

Der Prolog startet unvermittelt mit den Aufnahmesessions des Albums Charmed Life mit so dermaßen viel Sex, Drugs and Rock’n’Roll, dass es trotz Erfüllung aller Klischees irgendwie schockiert, was einerseits ehrlich ist, andererseits bezüglich des Schockmoments sicherlich wohl kalkuliert ist. Damit nicht genug, es ist der 7. Februar 1990, an dem einen Idol beinahe tödlichen Motorradunfall erleidet und die Ärzte die Amputation seines rechten Beines in letzter Sekunde verhindern können. Gleich zwei Schockmomente zu Beginn des Buches, der Leser ist nun entweder angefixt oder er legt es angewidert weg. Weiterlesen

Editorial – 21. Ausgabe – 26.05.2014

Band der Woche

hailstone-logo

Hailstone sollten jedem Münchner, der sich intensiver mit Death Metal befasst, ein Begriff sein. Die fünf Herren hatten Darth Vader zum Kindheitsheld und hören die eigenen Platten, wenn das sexy Mädel von letzter Nacht noch im Bett liegt – und haben Pläne zur Ergreifung der Weltherrschaft. Alles nachzulesen im Interview!

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Buch: Jack Ketchum – Lebendig

Ketchum lässt nach!

Sara ist schwanger. Doch Greg, Vater des Kindes, lebt bereits in einer festen Beziehung. Die Entscheidung fällt gegen das Ungeborene. Der Weg zur Klinik verläuft für beide recht schweigend, dort angekommen ahnt Sara nicht, dass sie und das Baby bereits erwartet werden. Jedoch nicht von den Ärzten. Weiterlesen